06.06.2019 / Unternehmen, Presse, Wind

ThEGA und juwi überreichen "Erfurter Erklärung" an Ministerpräsident Bodo Ramelow

Die Servicestelle Windenergie der Landesenergieagentur ThEGA und Unternehmen aus der Windenergiebranche wollen Thüringer Kommunen und Bürger stärker an der Wertschöpfung von Windparks beteiligen.

Karsten Tietz (links) bei der Übergabe der Erklärung an Ministerpräsident Bodo Ramelow.

THEGA-Geschäftsführer Professor Dieter Sell und Karsten Tietz von der juwi AG übergaben am Dienstag auf dem „Wertschöpfungsgipfel Windenergie“ eine entsprechende Erklärung an Ministerpräsident Bodo Ramelow. Darin bekräftigen die Unternehmen, die allesamt Träger des ThEGA-Siegels „Faire Windenergie“ sind, dass sie sich für ein faires Miteinander bei der Entwicklung von Windstandorten einsetzen und der regionalen Wertschöpfung ein besonderes Gewicht beimessen. Gerade in strukturschwachen Gebieten bietet Windenergie zusätzliche Einnahmequellen. Das Bundesverkehrsministerium gibt den jährlichen Wertschöpfungseffekt einer  zwei Megawatt-Windenergieanlage in einer Studie mit ca. 140.000 Euro an. Hochgerechnet auf 20 Jahre Laufzeit sind das rund 2,8 Millionen Euro pro Anlage. Wie diese Potenziale größtenteils in der Region bleiben, zeigen Best-Practice-Beispiele aus Thüringen, bei denen Kommunen, Bürger und Projektierungsfirmen gemeinsam von den Windparks profitieren. Diese Projekte wurden ebenfalls auf dem Wertschöpfungsgipfel vorgestellt.

Ramelow: Bürger mitnehmen und Vorteile besser erklären

„Windenergie ist eine der Säulen der Energiewende in Thüringen; sie ist unerlässlich für einen vernünftigen Energiemix“, sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow. Doch mache der drastische Rückgang beim Ausbau der Windenergie an Land die zunehmenden Akzeptanzprobleme deutlich. „Wir müssen die Bürgerinnen und Bürger mitnehmen, wir müssen besser erklären, wie die Nutzung von Windkraft allseitigen Vorteil bringt – das ist der entscheidende Schlüssel für den Windausbau im Land. Durch die Energiewende entstehen vielfältige neue Wertschöpfungsketten, und es ist unser Ziel, diese für Thüringen als Ganzes, aber insbesondere auch für wirtschaftlich schwächere Regionen weiter zu erschließen und zu erhalten.“

Regionale Wertschöpfung ist entscheidend für Akzeptanz

Derzeit produzieren 839 Windenergieanlagen auf ca. 0,3 Prozent der Landesfläche Thüringens klimafreundlichen Strom. Damit können etwa 800.000 Haushalte versorgt werden. „Windenergie ist für unsere künftige Energieversorgung und für das Erreichen unserer Klimaschutzziele von großer Bedeutung. Es sollten deshalb vor allem jene Menschen von Windenergie profitieren, die die Windräder vor ihrer Haustür haben“, sagte Professor Sell von der ThEGA. Regionale Wertschöpfung sei entscheidend für die Akzeptanz von Windenergie. Kommunen und Bürger könnten von direkten Effekten wie Steuer- und Pachteinnahmen profitieren. Zusätzlich würden sich indirekte Wertschöpfungseffekte auszahlen – etwa, wenn Aufträge für Bau und Betrieb der Anlage an Firmen aus der Region vergeben werden oder wenn durch so genannte Ersatzmaßnahmen der örtliche Festplatz verschönert, Biotope angelegt oder Flüsse renaturiert werden. „Entscheidend ist, dass vor Ort nicht nur Belastungen entstehen, sondern dass Thüringer Bürger und Kommunen vom Ausbau der Windenergie profitieren. Im Idealfall engagieren sich die Bürgerinnen und Bürger selbst, machen die Energiewende mit einem Bürgerwindpark zu ihrem Projekt und verdienen Geld mit dem erzeugten Strom“, so Professor Sell. Um diese Potenziale zu erschließen, sind nach Erfahrungen der ThEGA Initiative und Gestaltungswillen aller Akteure vor Ort entscheidend. „Wer statt mitzugestalten blockiert, verpasst leichtfertig Chancen, den regionalen Wohlstand zu steigern.“


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